Bernadette La Hengst | http://www.lahengst.com
 
Bernadette La Hengst
Der beste Augenblick in deinem Leben
CD-0299
Preis: 15€
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Bernadette LaHengst (ehemals Die Braut haut ins Auge) zeichnete für WoZ Music einen E-Mail-Austausch auf, in dem Sandra Grether (Parole Trixi), Katrin Achinger (ehemals Kastrierte Philosophen), Melissa Logan und Alex Murray-Leslie (Chicks on Speed) sich über Feminismus und Selbstverständnis austauschten.

Sandra: Wenn Musikerinnen ihre Aggression, aber auch ihre Gebrochenheit rauslassen und dazu noch inhaltlich stark und klug sind, werden sie als kontroverser wahrgenommen, als wenn Musiker das Gleiche tun. Ich denke, dass Frauen diejenigen sind, die der Rockmusik die verlorene, "subversive" Kraft zurückgeben können/sollen.
Bernadette: Wenn sich Frauen herausnehmen, sich in einer Männer-dominierten Welt lautstark zu Wort zu melden, ist das an sich schon eine Konfrontation mit den Gegebenheiten. Es wäre nur furchtbar, wenn das Einzige, was übrig bleibt, diese weibliche Provokation wäre. Das reicht nicht und bringt den Feminismus auch nicht weiter.
Katrin: Dem Opfersein verhaftet, das fände ich mittlerweile auch zu bequem. Wir müssen schon auch was bringen, was über das Thema hinausgeht, sonst wirds langweilig. Ausserdem führen weibliche Künstlerinnen die Charts an, also den Mainstream. Wo bleibt da die Konfrontation?

Ella Mae
Der Kampf geht weiter mit Ella Mae La Hengst !

Alex: Ich finde es erfrischend, eine Frau auf der Bühne zu sehen, weil wir alle Rolemodels und Idole brauchen. Manche Leute nennen es konfrontativ, wenn sie eine Frau auf der Bühne sehen, mit Kostüm und Make-up, die sich die Seele aus dem Leib brüllt. Ich verstehe nicht, was daran konfrontativ sein soll, es geht doch um Spasshaben auf der Bühne.
Melissa: In den frühen Siebzigern schien es für eine Menge Künstlerinnen notwendig zu sein, sich in einer sehr radikalen Weise auszudrücken, weil sie dachten, wenn sie es nicht täten, würde ihnen niemand zuhören. Natürlich profitieren wir alle von ihrer harten Arbeit.
Bernadette: Ich merke gerade, dass auch Schönheit, sowohl äusserliche als auch gesangliche und musikalische, sehr subversiv sein kann, weil es zu Missverständnissen führt. Es gibt immer noch eine Menge Leute, die meinen, Subversivität müsste nur depressiv oder zerstörerisch daherkommen. Dass Rebellion und die Kritik an den Verhältnissen auch Spass machen kann und sogar muss, damit es Menschen bewegt, halte ich für sehr wichtig und insofern auch für subversiv.

Bernadette La Hengst
SINGLE
A:Seite:
keine tränen
B.Seite:
ein mädchen namens gerd

erschienen bei ritchie records mit freundlicher unterstützung von trikont

Preis 4€
CD-0299-1

http://www.ritchierecords.de >>

Alex: Ich will, dass das, was wir machen, akzeptiert und zum Mainstream wird. Wir sind hier, um Konkurrenz zu machen im "Big Business of Music".
Melissa: Das, was wir machen, ist sehr subversiv, aber es funktioniert auf verschiedenen Ebenen. Wir möchten eine glatte Oberfläche schaffen, und für die, die sich weiter wagen, gibt es die Tiefen des Drecks, der Seltsamkeit, die immer vorausläuft und dich einsaugt wie Treibsand.
Sandra: Ich bin unendlich und untröstlich fasziniert von mädchenhaftem Kindheitskram wie Blümchen-Shirts, Herzchen-Accessoires, Puppen, rosa, rosa, rosa ... Und kann nicht anders, als das in Kleidung und Bandästhetik einfliessen zu lassen. Für mich persönlich bedeutet das die Rückaneignung meiner eigenen Kindheit, allgemein signalisiert es vielleicht, dass die Sozialisation von Mädchen nicht kulturell wertlos ist, wie uns oft weisgemacht werden soll.
Bernadette: Als einziges Mädchen neben zwei älteren Brüdern spielte ich immer eine Doppelrolle, zwischen mädchenhaftem Kleidungsstil und jungenhaftem Gehabe. Ich wollte immer besser, schneller, stärker sein als die Jungs, und das drückte sich natürlich auch in Kleidung, Körperhaltung, Musik, Freiheitsdrang aus. Ich bin immer noch hin- und hergerissen zwischen den weiblichen und männlichen Polen in mir, und das fliesst natürlich in meine Arbeit ein.
Alex: Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich wirklich über Mode nachdachte, am Tag, als meine Mutter mir ein weisses T-Shirt mit der Aufschrift "Vogue" gab. Dadurch dachte ich über "Logo", "Brand", "Style", "cool" und über all die Dinge nach, die fremd für mich 7-jähriges Mädchen waren. Und später überlegte ich, wie ich mir mein eigenes wichtiges Logo mache, ohne mich darauf zu verlassen, dass irgendeine Firma mir meine Identität gibt.
Melissa: Ich denke, dass eine Menge an Feminismus bedrückend ist und upgedatet werden sollte, weil es um Freiheit geht und nicht darum, so smart zu sein, dass keiner dich versteht, oder so tief zu sein, dass man in sein eigenes schwarzes Loch fällt. Ich glaube, "the beauty myth" (Naomi Wolf) kann man auf viele Teile der Gesellschaft beziehen, aber: Nehmt diese "fashion victim paris shoes" und geht damit durch die Tür, als gehörte euch die Stadt!
Sandra: Es erfordert nach wie vor viel (Pionier-)Arbeit und Kraft, wütenden weiblichen Rockgesang mit deutschen Texten als etwas "Alltägliches" und Facettenreiches etablieren zu wollen.
Bernadette: Ich bin als Sängerin kein anderer Mensch als im normalen Leben. Singen ist für mich das normale Leben. Das heisst, ich kann klar sein, wütend, sentimental, gebrochen, durchgedreht und auch sehr witzig.
Melissa: Ich würde es nicht Gesang nennen, es geht eher darum, die Bühne zu benutzen, den Raum zu füllen, mit dieser seltsamen Spannung zu arbeiten, die zwischen Bühne und Publikum besteht, es ist ähnlich, wie wenn jemand einen Vortrag hält, Kommunikation ist nicht so straight, dass jemand nur Informationen präsentiert, es sollte genauso gezeigt werden, dass die Informationswelten sich an andere Orte bewegen.
Sandra: Es wäre für mich ohne weibliche Vorbilder absolut undenkbar gewesen, selber eine Band zu gründen. Im Endeffekt orientiere ich mich aber, wenn es um Gesang, Texte, Gitarre geht - bis auf wenige, mir aber sehr wichtige Musikerinnen -, doch eher an Männern. God knows why. Bernadette: Mein erstes Gesangsvorbild mit fünf Jahren war das geschlechtslose Hündchen Friedolin aus einem Musical für Kinder. Drei Jahre später kam der Vorsänger unserer Kirche in den Stimmbruch, und ich musste von da an drei Jahre das Vaterunser alleine in der Kirche singen. Als ich damit durch war, wollte ich so singen wie Rio Reiser, so Gitarre spielen wie Chuck Berry und so rocken wie L7.
Katrin: Meine Gesangsvorbilder sind fast ausschliesslich Frauen. Ist kein Konzept, sondern näher an meinem Leben dran. Ich höre nicht mit dem Kopf. Alex: Ich bin sowohl von Männern als auch von Frauen geprägt: Nick Cave, Nico, Blondie, Mark E. Smith, Gudrun Gut, Miss Kittin, Nicola from Adult.
Melissa: Ich bin sehr inspiriert von Virginia Woolf, Banana Yoshimoto, Stewart Home, Mimiyo Tomozawa, Sam & Valley, Mark Stewart, Lydia Lunch (sie hat mich mal geküsst), Pan-Sonic und Super-Collider.
Sandra: Es ist natürlich schwierig, zu sagen, was "weiblich" ist. Ich empfinde es als feministisch, das, was ich als "Weiblichkeit" definiere, nicht zu verleugnen, sondern bis zu einem gewissen Grad offen auszuleben. Finde es dann aber auch wieder wichtig, mit den Klischees von "Weiblichkeit" zu brechen. Das ist ein Balanceakt, der Spass macht.
Bernadette: Als ich mit meiner Band angefangen habe, wollte ich alles andere als weiblich sein, ich trug Fussball-T-Shirts ohne BH, es war mir scheissegal, ob mich jemand attraktiv fand oder nicht. Seitdem ein männlicher Journalist über mich schrieb, dass ich ohne BH über die Bühne springe, sodass die Frauen im Publikum Phantomschmerzen haben (wobei ich denke, dass er derjenige mit den Schmerzen war), kaufte ich meinen ersten BH. Musik ist für mich sehr körperlich, und ich gehe sehr offensiv damit um, weil ich sonst innerlich vertrockne.
Katrin: Remember: "Freiheit ist ein junger Mann!" (Zitat Achinger 1993). Jung, ungebunden und liquide, haha. Und very busy. Und very cool. Und schnell. Wenn ich mir das neue Frauenbild angucke, dann gehöre ich lieber zu den Schwachen und Hässlichen, den Langsamen, den Langweiligen, den Einsamen, den Unfitten, den Versagern. Es gehört mehr Mut dazu, eigene Wege zu gehen. Und ich bin schon 'ne Weile nicht mehr jung, habe mich bewusst entschieden, mich an meine Kinder zu binden, und die sind nicht schnell, sondern zeitaufwendig.
Alex: Wenn ich mein Bühnen-Outfit mache, möchte ich mich sexy fühlen und für das Publikum sexy aussehen. Ich fühle mich gut dabei, und man kann wirklich Spass haben mit der Idee von Sex auf der Bühne. Seht euch Peaches an!
Sandra: Es gibt für unsere Arbeit als Band nichts Wichtigeres als die Freundschaft untereinander. Und ich finde es auch unerlässlich, mit anderen Künstlerinnen befreundet zu sein und gemeinsame Sachen zu machen.
Bernadette: Weibliche Solidarität, sich aneinander messen und sich gegenseitig unterstützen zählt zu den wichtigsten Sachen in meinem Leben. Und trotzdem ist es gut, auch mit Männern zu arbeiten, um zu merken, dass das auch nicht alle machistische Aliens sind. Ich möchte inspirieren und inspiriert werden, letztlich spielt das Geschlecht dabei keine Rolle, nur, Männer leben ja schon seit Jahrhunderten in männlichen Netzwerken, dem sollte man etwas entgegensetzen.
Melissa: Wir sind nicht schüchtern, und wir sind nicht "anti-boy", und wir lieben es, mit anderen Frauen zu arbeiten, it's great to spin at Le Pulp in Paris with Doki Doki Group, Killer in N. Y., Le Tigre in Europa zu präsentieren (auf dem Chicks-on-Speed-Label) und auf unserer nächsten Platte ...
Alex: Wir haben beschlossen, uns auf unserer neuen Platte mit Freundinnen und unseren weiblichen Helden der Musikwelt zusammenzutun. Wir arbeiten an der Cover-Version eines Stückes von Tom Tom Club, also haben wir Frauen aus der ganzen Welt eingeladen, sich ihre Lieblingszeilen auszusuchen und uns ihre Vocal Takes zu senden. Wir werden einen riesengrossen Chor aus "freaking-out women" aufnehmen, die singen: "Ah yiah yeah, yipee yaih yiah yeah, ah oooh ahhh ohhh ahh iii kii chi!" Wir sehen in den Chicks on Speed mehr als nur uns drei, wir sehen es als "the modern day definition of feminism!" Yes, it's a women's movement!
(WochenZeitung WoZ Online-Artikel, 30.5.2002)

Das war überfällig: Sonne, solo, ein so-sicher-nicht-verstanden-werden-wollendes Regulativ zu den heikleren Stellen oder Leerstellen bei u.a. Parole Trixis »Definition von süß« (die B. Hengst »produzierte«), Ideal und 2Raumwohnung. Mögen sich die Geister dran scheiden, Bernadette Hengst ist gleichermaßen raus und dabei und setzt bei sich selbst an: Nach 107 mitgemachten Sonderbegegnungen inkl. gewissen Für-immer-Momenten, neun Jahren Die Braut haut ins Auge und überschönen Stelldicheins als »die Stimme!« bei z.B. Rocko Schamoni, spendiert sie eine Runde Weisheiten, die schlicht und einnehmend sind.
»Der beste Augenblick in deinem Leben ist nicht morgen, sondern gerade eben« singt sie, während der Basslauf »Mind that« sagt. Wenn es um Liebe geht, was nicht selten der Fall ist, geht es immer auch um Loslassen, aber nie um Verbitterung und Selbstaufgabe (siehe »Wilder Mann«, »Ein Abschied zu viel«). Und Gott wohnt übrigens im Etap Hotel.Was das im Namen geführte Adelsprädikat »La« ebenfalls rechtfertigt, sind die von Bernadette Hengst markierten Untertöne und Akzente: die Orgelschwaden des Titelstücks, die gesprächsrealistisch anmutende Betonung von »Hallo, es wird nicht eingeschlafen!« (in »Weh tun«: ein Nein an lähmende Lieb-sein-und-kuscheln-Beziehungen), die Aufrichtigkeit der gemeinsam mit Ko-Pilot Sergej Jensen (allgemein verantwortlich für »Korg MS 20, Zupfhansl Gitarre, Bass, Stille, Krach«) locker geschafften Interpretation von Tuxedomoons »No tears«. Auf der das Cover zierenden Fotocollage sieht La Hengst gut aus (as in: »Mir geht es wieder gut.«), die Bilder im Booklet zeigen Eingänge glitzernder Clubs, die (nur äußerlich?) am verrotten sind. Schön auch, dass diese vielen Details von »Der beste Augenblick...« nicht allein auf weiter belangloser Flur stehen, sondern atmosphärisch eingeschlossen sind: in ein wortreich geschildertes Unbehagen gegenüber Müdigkeit und Stagnation und eine hitlastige Disco-Hommage an vergangene Zeiten, die nur bedingt ernst genommen werden will (wer will schon nochmal 16 sein?). Was zählt, ist jetzt.
(SPEX)

Der beste Augenblick in deinem Leben ist gerade eben jetzt gewesen. Darauf ist sie die alte geblieben und trotzdem ganz entschieden und gelassen eine neue geworden. Die Gitarre hat sie nicht in den Schrank gestellt, aber den Sampler aus der Schublade gezogen. Dadurch hat sie ihrem Rock'n'Roll die Rebellion bewahrt, gleichzeitig aber eine dickeLadung Sexiness in den Rhythmus geholt. Egal ob sich das eherruhig oder aufrührerisch anläßt, Bernadette LaHengst hat ein sicheres Gespür für Songs, die einem mindestens den Tag, vielleicht aber auch das Leben retten. Das liegt daran, dass sie keine Angst vor Traurigkeit kennt, diese aber vom Jammerlappentum alternder Diskurspopper zu unterscheiden weiß. Man kann auch vielschichtig dazu sagen - dass gilt auch für die Texte auf "Der beste Augenblick". Sie fangen beim Kleinen an und eröffnen Perspektiven aufs Grosse und Ganze: es sind mit Forderungen verbundene poppoetische Perlen, die Spaß machen, weil sie Hirn, Herz und Hintern in Schwingungen versetzen. "Der beste Augenblick" macht glücklich, weil es keine verbissene Gewolltheit darauf gibt. Alles erscheint selbstverständlich und auf fröhliche Weise selbstbewusst und
offen. Gleichzeitig explodieren die Songs vor geballter Energie, die nur entstehen kann, wenn jemand mehr will als lediglich gefallen. Das ist der Unterschied zwischen schön und toll. "Der beste Augenblick" ist beides. Überlegt man sich, wie wenig andere Frauenacts sich das Recht nehmen, ohne Rechtfertigung zu agieren und wie sehr den wenigen, die es tun, genau das übel genommen wird, dann wird außerdem klar: "Der beste Augenblick" ist ein Wunder. [vollständiges Interview]
(Interview: Connie Lösch - Junge Welt)

Bernadette La Hengst hat schon bei vielen Songs von Rocko Schamoni mitgesungen - auch auf seiner Platte ist sie wieder dabei. Anfang der Neunziger schon sang sie mit ihrer Band Die Braut haut ins Auge, einer der witzigsten Frauenbands des Landes, theatralische Lieder über Betten, die stinken, und Aschenbecher, die husten. Auf ihrem ersten Soloalbum "Der beste Augenblick in deinem Leben ist gerade eben jetzt gewesen" treibt sie eine ähnliche Idee wie Rocko Schamoni an. Auch sie will politisch bleiben, aber dabei glatt werden wie ein Babyarsch.
Bei ihr gibt es Stücke, die klingen wie der Konzeptpunk der Goldenen Zitronen, dazu singt La Hengst: "Sie haben nichts, was mich hier hält in ihrer Erwachsenenwelt". Das Ganze allerdings im Ton der Juliane Werding, als ginge es um die klassischen Schlagerthemen Herz, Schmerz, Heimat und Fernweh. Ein nächster Song trabt daher wie Discofox, dieser Rhythmus, der rappelt wie Wohnzimmerstudio. Dazu singt sie wie Annette Humpe: "Dies ist ein Lied, das ich schrieb für alle, die ich hinter mir ließ."
Bei Bernadette La Hengst geht es um begehrenswerte Frauen, die Männer verbrauchen, um Selbstmörderinnen und ewige Reisende. Über alle singt sie, als wäre es ihr egal, bezirzend arrogant. Für sie ist der Schlager das Reservat für alles, was der bürgerliche Alltag nicht zu bieten hat, was ihm aber auch nicht gerade den Boden wegzieht. Da gehört Aufruhr rein, meint sie. Genauso wie in den verkümmerten Sexappeal des politischen Liedguts. Dem setzt La Hengst eine hanseatische Distanz zu sich selbst entgegen. Ihre Lieder sollen flutschen. Schluss mit der ollen Bescheidenheit in der Szene. Bernadette La Hengst geht es wie Rocko Schamoni darum, sich über korrekte Punks und den moralischen Habitus der Altachtungsechziger lustig zu machen, aber auch darum, dem verkopften Diskurspop der Hamburger Schule ein bisschen Schick zu implantieren. Sie wollen raus aus den selbst gebastelten Nischen, aber deshalb noch lange nicht rein in den Fettnapf Schlager.
(SUSANNE MESSMER - taz)

Von wegen Diskurs-Pop, neue Befindlichkeit und alte Hamburger Schule. Es geht auch anders. Schon im letzten Jahrzehnt sorgte Bernadette La Hengst mit dem erfolgreichen Girlskombinat Die Braut haut ins Auge für frischen Gegenwind in der Szene. Nun produzierte sie im Alleingang ein weiteres Album voller Argumente gegen den müden Zeitgeist. Schließlich ist der beste Augenblick in deinem Leben nicht morgen sondern gerade eben, wie es schön programmatisch im Titelsong heißt. Also weg mit der Gemütlichkeit und ran an die Geschichten, die das Leben so schreibt. Dazu dient der Sampler, neben Gitarre und Keyboards das Hauptinstrument eines Raubzugs quer durch die Popgeschichte, vor allem durch die 80er Jahre: Locker vereint Bernadette La Hengst Standpunkt und Revolte mit Disko und Spaß und gibt nicht nur im vermeintlichen Liebeslied mit einem „Hallo, es wird nicht eingeschlafen!“ den richtigen Tritt in manch lahmes Hinterteil. Sie spielt Vielseitigkeit als Trumpf aus, wechselt stilsicher von House zu Elektro Pop, von Ironie zu Melancholie, von Annette Humpe zu Madonna. Dazu diese Backgroundchöre, die dem Ganzen wieder etwas Kollektives geben und so gar nicht nach Soloalbum klingen, eher nach großer Party. Trotz Nachdenklichkeit und Ideologiekritik: Hier soll und darf getanzt werden. (BARBARA WINKLER - Süddeutsche Zeitung)

"DER BESTE AUGENBLICK IN DEINEM LEBEN IST GERADE EBEN JETZT GEWESEN" - vielleicht beim Hören dieses neuen großartigen Albums. Aber das müsst ihr selbst entscheiden. BERNADETTE LA HENGST ist auf jeden Fall wieder da, und wenn etwas gut so ist, dann das... [Vollständiger Artikel]
(whirlypop.de)

Manchmal reicht schon der Titel eines Albums, um einen den Rhythmus spüren zu lassen. ´´Der Beste Augenblick In
Deinem Leben Ist Gerade Eben Jetzt Gewesen`` zum Beispiel. Na? Groovt schon, oder? Der Titel vom Debüt von Bernadette Hengst (of Die-Braut-haut-ins-Auge-Fame).
Was der Titel verspricht, hält die Platte: Bewegung ist ein bewusstes Stolpern, Tanzen geht klar. Meistens reduziert auf Bass, Samples und Stimme. Für ein dutzend Ohrwürmer reicht es. Und für ein interessantes Konzerterlebnis sicherlich erst recht. (INTRO)

Biographie Bernadette La Hengst:
Bernadette La Hengst kommt aus Bad Salzuflen/Ostwestfalen, wo sie von 1986 bis 1988 auf dem Fast Weltweit-Label (u.a. mit Frank Spilker/Die Sterne, Jochen Distelmeyer/Blumfeld) auf Kassettensamplern unter ihrem Namen Stücke veröffentlichte.
1987 zog sie nach Berlin und arbeitete dort als Schauspielerin.
1989 ging sie nach Hamburg und gründete dort 1990 Die Braut haut ins Auge und die Mobylettes, die frischen Wind in die Männer- Musikszene brachten.
Von 1989 bis 1991 spielte sie bei "HUAH" und war seit 1992 auf diversen Platten und bei Konzerten u.a. von Rocko Schamoni als Gast-Sängerin zu hören.
Mit Die Braut haut ins Auge veröffentlichte sie drei Studio-Alben, gab regelmäßig in allen Dörfern und Metropolen Deutschlands inzwischen legendäre Konzerte und trat 1996 in Amerika (Chicago, New York und Nashville) und im Sommer 1997 auf einem der größten Rockfestivals in St. Petersburg/Rußland auf.
1999 trennten sich Die Braut haut ins Auge unter dem einvernehmlichen Motto "9 Jahre sind genug" und nahmen zum Abschluss noch die Live Platte "+ 1 auf der Gästeliste" auf, die Bernadette La Hengst zur Abschiedstour 2000 auf ihrem Label "B.H.Records" veröffentlichte.
1998 gründete sie die Booking Agentur "B.H.Booking", mit der sie hauptsächlich Musikerinnen vertritt und eine weibliche Musik-Netzwerkbildung in Deutschland unterstützt und vorantreibt.
Darüberhinaus schreibt Bernadette La Hengst Kurzgeschichten und Artikel für diverse Tageszeitungen und Zeitschriften.
Sie ist Gründungsmitglied des nicht-kommerziellen Hamburger Kultur- Kollektivs "Buttclub", das sich seit 1999 mit politischen Aktionen, Lese-, Film- und Kunstveranstaltungen einen Namen gemacht hat.
Im Winter 2000/2001 lebte Bernadette La Hengst, finanziert durch ein Stipendium der Hamburger Kulturbehörde, fünf Monate in Lissabon/Portugal, wo ein Großteil der Stücke auf "Der beste Augenblick" entstand.
2001 produzierte sie in Zusammenarbeit mit Peta Devlin (Tontechnikerin, Ex-Die Braut haut ins Auge/ COW/Oma Hans) das Album von Parole Trixi "Die Definition von Süß", das im März 2002 bei What`s So Funny About erscheint.

Discographie:
1987: Fast Weltweit Kassettensampler Nr.1
1988: Fast Weltweit Kassettensampler Nr.2
1990: HUAH! Was machen Huah jetzt! (L`age d`or)
1991: Mobylettes, Girltalk (Elbtonal)
1991: Die Braut haut ins Auge, Doppelsingle (Pudels Records)
1993: Die Braut haut ins Auge, CD, LP (BMG)
1995: Die Braut haut ins Auge, Was nehm ich mit?, CD, LP (BMG)
1998: Die Braut haut ins Auge, Pop ist tot, CD (BMG)
2000: Die Braut haut ins Auge, + 1 auf der Gästeliste CD, LP (B.H.Records, Ritchie Records)
2002: Bernadette La Hengst, Der beste Augenblick, CD (Trikont)
2002: Bernadette La Hengst, Vinyl Single: Keine Tränen (Ritchie Records)
2002: Ein Mädchen namens Gerd, Beitrag auf Johnny Cash Sampler, CD (Trikont)


 
last updated: 14.09.2005 | top